Kammerton: Klezmer Trio

Kammerton: Klezmer Trio

Freitag, 08. März, 20.00 Uhr, Altes Rathaus

Klezmer Trio

Gerlinde Kraft (Klarinette) – Kuno Wagner (Gitarrre) – Leon Lissner (Bass)

Sie schluchzt, sie weint, sie kann einen aber auch vor Freude einfach mal zum Tanzen bringen: Klezmermusik. 

„Jede Volksmusik ist schön, aber von der jüdischen muss ich sagen, sie ist einzigartig! Sie ist so facettenreich, kann fröhlich erscheinen und in Wirklichkeit tief tragisch sein. Fast immer ist es ein Lachen durch Tränen“, so beschreibt Dmitrij Schostakowitsch den Klezmer. Das Wort setzt sich aus den Begriffen „kley“ (Instrument) und „zemer“ (Melodie) zusammen.

Die Wurzel des Klezmer liegt in den osteuropäischen „Schtetl“, Kleinstädten mit hohem jüdischen Bevölkerungsanteil, die im Spätmittelalter entstanden sind, als die Aschkenazim vor Progromen und Vertreibungen aus den jüdischen Gemeinden Mitteleuropas nach Osten flohen, nach Weißrussland, Litauen, Rumänien, Moldawien, der Ukraine und Polen. Dabei nahmen sie nicht nur ihr Hab und Gut, sondern auch ihre Tradition mit: das Musizieren bei Hochzeiten und anderen Festen, den geistlichen Gesang in den Synagogen und ihre typische jiddische Sprache. 

Die Klarinettistin kam durch Giora Feidman zum Klezmer, nachdem sie ihn als kleines Mädchen in einem Konzert gehört hat. „Ich wusste damals weder etwas über Klezmer noch dass er einen jüdischen Ursprung hat.“ Obwohl sie die Musik fasziniert hatte, studierte sie zunächst klassische Klarinette, ehe sie zusammen mit dem Gitarristen Kuno Wagner und dem Kontrabassisten Leon Lissner das Trio gründete, mit dem sie „Weltkammermusik“ mache, sagt Gerlinde Kraft.