Kammerton (77) Klavierabend

Kammerton (77) Klavierabend

Freitag, 13. September 2019, 20.00 Uhr, Altes Rathaus

Romantischer Klavierabend

Antonius Stockinger und Sabine Simon spielen Werke von  Beethoven, Janacek, Chopin.

Eintritt frei, im Anschluss Gelegenheit zum Gespräch bei Brezel und Wein.

Sabine Simon ist in Weilburg keine Unbekannte, bereits vor Jahren gab sie ein Gastkonzert in der Reihe Kammerton im Alten Rathaus. Diesmal hat sie zusammen mit ihrem Schüler Antonius Stockinger ein spannendes Programm aus Klavierwerken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zusammengestellt.

Die Sonate op.101 von Ludwig van Beethoven (1770-1827) entstand in den Jahren 1813-1816 und gehört somit zu seinem Spätwerk. Die Sonate entzieht sich den üblichen Konventionen der Gattung. Die vier Sätze sind mit deutschen Anweisungen versehen, erst der vierte ist in Sonatenform geschrieben. Das Stück ist sehr umfangreich und stellt hohe Anforderungen an die Virtuosität der Pianistin.

Der tschechische Komponist Leoš Janaček (1854-1928) hat nur wenige Werke für Klavier hinterlassen, der vierteilige Zyklus „Im Nebel“ gehört zu den wichtigsten. Veröffentlicht 1912, scheint er Janačeks schwierige biografische Situation auszudrücken. Es ist ein impressionistisch anmutendes Werk, dass auf Janačeks emotionale Empfindlichkeit und auf sein künstlerisches Experimentieren verweist. Das viersätzige Werk ohne programmatische Überschriften kann atmosphärisch als rätselhaft beschrieben werden. Scharfe Kontraste kennzeichnen das Werk, das insofern keineswegs nur verhangene Nebelfarben nachzeichnet, sondern geradezu bildlich die Suche Janačeks nach neuem musikalischem Ausdruck wiederspiegelt.

Der französisch-polnische Komponist Frédéric Chopin (1810-1849) ist berühmt für virtuose romantische Klaviermusik. Gleich zwei dieser Werke kommen hier zur Aufführung. Das Scherzo b-Moll gehört zu den Höhepunkten seiner Gattung.
Ein frühes Werk stellen die Variationen über Mozarts Duett „Lá ci darem la mano“ dar. Nach der ersten Aufführung durch ihn selbst schrieb die Leipziger msuikalische Zeitung 1829: „Herr Chopin, Pianist aus Warschau… führte sich als Meister vom ersten Range ein. Die ausgezeichnete Zartheit seines Anschlags, eine unbeschreibliche mechanische Fertigkeit, sein vollendetes, der tiefsten Empfindung abgelauschtes Nuançiren, Tragen und Schwellen der Töne, des Vortrags so seltene Klarheit und seine durch hohe Genialität gestempelten Erzeugnisse – Bravour–Variationen, Rondeau, freye Phantasie, – geben den von der Natur so überaus freygebig bedachten, selbstkräftigen Virtuosen zu erkennen, der, ohne vorher gegangenes Ausposaunen, als eines der leuchtendsten Meteore am musikalischen Horizonte erscheint.“

Die Pianistin Sabine Simon unterrichtet seit 2005 Klavier an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Das Klavierspiel lernte sie bei Dieter Zechlin und Erika Tschauner. Im Laufe ihrer musikalischen Kariere gewann sie verschiedene Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben. So erzielte sie beim Nationalen Bach-Wettbewerb Leipzig und beim Bechstein-Wettbewerb „Piano in Concert“ jeweils den ersten Preis. Beim 5. Europäischen Chopin Wettbewerb Darmstadt wurde ihr der Sonderpreis verliehen, und im Jahre 2003 erhielt sie den Edvard-Grieg-Preis beim Internationalen Grieg Wettbewerb in Oslo. Sabine Simon spielte mehrere Kammermusik- und Solo-CDs ein.

Ihr Schüler Antonius Stockinger (*2000) kann schon auf eine lange Reihe von Wettbewerbserfolgen zurückblicken, seit 2012 jährlich bei Jugend musiziert und auch beim Mendelssohn-Wettbewerb in Frankfurt.